für pro­fes­sio­nel­le Sän­ge­rIn­nen, Schau­spie­le­rIn­nen usw.

Sin­gen ist im Grun­de ein natür­li­ches, spon­tan aus dem Inners­ten des Men­schen kom­men­des Bedürf­nis, etwas, das man aus Freu­de und Lie­be zu die­sem so direk­ten Aus­druck zum Beruf macht. Es ist tief im gesam­ten Men­schen ver­an­kert und des­halb als Berufs­weg sehr for­dernd, aber auch sehr erfül­lend, wenn die Stim­me sich — ohne über­for­dert zu sein — frei ent­fal­ten kann und an Kraft und Leben­dig­keit zunimmt. 

Das pro­fes­sio­nel­le Sin­gen kann aber auch sehr schnell zu enor­mem Stress wer­den, wenn die Stim­me nicht ganz im Lot zu sein scheint, wenn Span­nun­gen und Blo­cka­den das freie Sich-Aus­brei­ten der Stim­me beein­träch­ti­gen und sie des­halb in Gefahr gerät, ernst­lich beschä­digt zu wer­den.

In so einer Situa­ti­on kön­nen pro­fes­sio­nel­le Sän­ge­rIn­nen (Schau­spie­le­rIn­nen, Musi­cal-Dar­stel­le­rIn­nen usw.) meist ganz unmit­tel­bar die befrei­en­de, ord­nen­de und ent­las­ten­de Wir­kung der „hor­chend-füh­len­den“ Kon­takt­auf­nah­me mit dem — mir ent­ge­gen­kom­men­den — Atem­strom erle­ben, die sozu­sa­gen einen schöp­fe­ri­schen Aus­gleich der am Sin­gen betei­lig­ten Kräf­te erzeugt, der dann letzt­lich den frei­en Ton her­vor­bringt. Sie erle­ben, dass die auf die­se Art „gemit­te­te“ Stim­me selbst die Kraft hat, auf­zu­zei­gen, was sie braucht, um sich ent­fal­ten zu kön­nen und Pro­zes­se anzu­stos­sen, die zu einer befrei­en­den Bewe­gung wer­den.

Aber auch wenn die Stim­me nicht akut in Not ist, kann es grund­sätz­lich hilf­reich und tief berei­chernd sein, das auf die­se Wei­se im gan­zen Men­schen gegrün­de­te Sin­gen zu ent­de­cken und so immer frei­er, kraft­vol­ler und siche­rer im Umgang mit der eige­nen Gesangs­stim­me zu wer­den.