Gesangs­un­ter­richt All­ge­mein

Sin­gen und Mit­te

Sin­gen gehört zum Erstaun­lichs­ten und Berüh­rends­ten, was ein Mensch zu Wege brin­gen kann. Kaum eine ande­re Tätig­keit scheint so aus dem Inners­ten des Men­schen zu kom­men, aber auch den Zuhö­rer so in der Tie­fe zu errei­chen. Dabei ist das Beglü­cken­de, Erfül­len­de an der Gesangs­stim­me, dass sie mir ange­bo­ren ist, dass ich sie nicht „machen“ son­dern nur ent­de­cken und dann ent­fal­ten kann. Sie ist ein­ma­lig und unver­wech­sel­bar, weil sie offen­sicht­lich eng ver­knüpft ist mit dem, was ich als Kern oder Mit­te mei­ner Indi­vi­dua­li­tät emp­fin­den kann. Wenn ich des­halb durch inne­re Hin­wen­dung einen Zusam­men­schluss und Aus­gleich mei­ner Kräf­te suche, kann ich die Gesangs­stim­me als leben­di­gen Aus­druck und Spie­gel einer sich auf die­se Wei­se bil­den­den Mit­te ent­de­cken und nach und nach “aus­wi­ckeln”. So ergibt sich eine dyna­mi­sche Bewe­gung, bei der, ange­stos­sen durch das sich ent­fal­ten­de Sin­gen, der gan­ze Mensch immer mehr „gemit­tet“, auf­ge­schlos­sen und inte­griert („ganz gemacht“) wer­den kann. 

So wird das Sin­gen einer­seits zu einer Rei­se zu mei­ner urei­ge­nen und damit nach­hal­tig gesun­den und indi­vi­du­ell aus­drucks­star­ken Gesangs­stim­me, ande­rer­seits aber auch zu einer har­mo­ni­sie­ren­den und befrei­en­den Rei­se zu mir selbst.

Unter­richts­in­hal­te

Der Unter­richt beginnt mit dem Erar­bei­ten einer bewuss­ten, kör­per­lich-see­li­schen Zen­trie­rung, die den frei­en Ener­gie­fluss und das Öff­nen der Reso­nanz­räu­me des Kör­pers über­haupt erst ermög­licht. Wei­te­re The­men des Unter­richts sind:

  • Ent­de­ckung und Ent­fal­tung der Gesangs­stim­me in ihrer (ange­bo­re­nen) indi­vi­du­el­len Unver­wech­sel­bar­keit
  • Bestim­mung der eige­nen (ange­bo­re­nen) Stimm­la­ge (Sopran, Alt, Tenor, Bass…) und des eige­nen (ange­bo­re­nen) Stimm­fa­ches (lyrisch, dra­ma­tisch…)
  • Im Kör­per ankom­men, Erdung, guter Stand
  • Auf­hän­gung der Gestalt „am Him­mel“
  • Inne­re Hin­wen­dung ‚„füh­len­des Hor­chen“
  • Klang­strom, „Ansau­gen“ des Tones („inha­la­re la voce“)
  • Die Bewe­gung des – mir ent­ge­gen­kom­men­den — Atem­stro­mes
  • Spie­ge­lung“ und “Erwei­te­rung” des Klan­ges
  • Tren­nung von Klang und Spra­che
  • Der freie „Ton der Mit­te“
  • Natür­li­che Selbst­re­gu­la­ti­on der Stim­me
  • Inte­gra­ti­on, Aus­gleich der am Sin­gen betei­lig­ten Kräf­te
  • Öff­nen der Klang­räu­me, bewuss­te Prä­senz im gan­zen Kör­per
  • Frei­set­zen der für das Sin­gen not­wen­di­gen Ener­gie
  • Har­mo­ni­sie­rung des Kör­per­to­nus: Über­span­nung auf­lö­sen, Unter­span­nung heben
  • Akti­ve Pas­si­vi­tät, pas­si­ve Akti­vi­tät (Euto­nie)
  • Behut­sa­mes Auf­lö­sen von Kör­per-Blo­cka­den
  • Erken­nen und Ver­wan­deln alter, hem­men­der Mus­ter
  • Die Stimm­re­gis­ter: Brust­stim­me, Kopf­stim­me, Mit­tel­stim­me, „Pfei­fe“, Fal­sett
  • Die Sing­stim­me und die Sprech­stim­me
  • Auf­bau eines Gesangs-Reper­toires gemäss des eige­nen Stimm­fa­ches
  • Umfas­sen­de Vor­be­rei­tung auf Auf­trit­te, Auf­nah­me­prü­fun­gen usw.
  • Auf Wunsch: Unter­stüt­zung beim Schrei­ben und Sin­gen eige­ner Lie­der
  • Auf Wunsch: Mit­brin­gen eines eige­nen Begleit­in­stru­men­tes (Kla­vier ist vor­han­den)
  • Auf Wunsch: Pro­be mit dem eige­nen Instru­men­ta­lis­ten
  • Auf Wunsch: Ver­mitt­lung musi­ka­li­scher Grund­kennt­nis­se
  • Auf Wunsch: Gesangs­un­ter­richt zu zweit