Künst­le­ri­sches Tun

Auch Fried­rich Schil­ler spricht in sei­ner „Ästhe­ti­schen Erzie­hung des Men­schen“ von zwei Polen und nennt den obe­ren „Gestalt“ oder „Form­trieb“, den unte­ren „Leben“ oder „Stoff­trieb“ und die­se las­sen sich für ihn nur ver­ei­nen im soge­nann­ten „Spiel­trieb“, im künst­le­ri­schen Tun, in dem allei­ne für ihn Frei­heit lie­gen kann. „Der Mensch … ist nur da Mensch, wo er spielt.“ Das beinhal­tet sowohl die Inte­gra­ti­on des gan­zen Men­schen, als auch etwas neu sich Bil­den­des, ein Ent­kom­men aus den Zwän­gen der Ein­sei­tig­kei­ten, ein Frei-gesetzt-Sein durch die Mit­te des künst­le­ri­schen Tuns, durch das „Spiel“.

So ist auch in der Anthro­po­so­phie das künst­le­ri­sche Tun der „Weg der Mit­te“, der Bewusst­seins- und Lebens­prin­zip in einem Drit­ten ver­ei­ni­gen kann und als sol­ches viel mit dem frei wer­den­den, künst­le­ri­schen Atem zu tun hat. So spricht Val­borg Wer­beck unter ande­rem von der „schöp­fe­ri­schen Gestal­tungs­kraft des Atems“, die den frei­en Ton her­vor­brin­gen kann und die Kraft des Hei­lens in sich trägt.